Faszination Bienen, der Anfang und Wer bin ich.

Name:
Beute:
Anzahl Völker:
Standort:
Erfahrung:

Alex
Deutsch Normal mit 12 Rähmchen
5 Völker
Auf dem Rührberg
Imkerkurs bei Almut Schmidt-Rau in Gupf, viel Unterstützung durch Arno und Gerhard

Wie bei fast allen Hobbyimkern stand auch bei mir die Faszination der Bienen am Anfang und ich kam schneller zu den ersten eigenen Bienen wie ich gedacht hätte. Es war ein Thema, das mich innerlich schon lange beschäftigt hat. Und wie bei mir üblich wenn mich ein Thema interessiert, wird erst einmal das ein oder andere Buch bestellt und durchgelesen.

Der Inhalt hat mich fast erschlagen, aber meine Faszination für diese Tiere natürlich noch viel mehr gesteigert.

Es ist die Lebensweise eines Volkes, das man eigentlich nicht als eine Vielzahl von Individuen betrachten kann, sondern als einen einzelnen Organismus, den man in der Imkersprache „Bien“ nennt. Alle Bienen dieses Volkes dienen nur dem einen Zweck das Überleben des Biens, des Volkes zu sichern. Dabei spielt für die Biene selber ihr eigentliches Dasein scheinbar keine Rolle.

Wie so ein Volk funktioniert, welche Aufgabe die einzelnen Bienen haben und welche faszinierende Mechanismen so ein Volk hat um das Überleben des Biens zu sichern sind sehr spannende Fragen, auf die man in Büchern viele Antworten finden kann, doch ich denke in der Gesamthaftigkeit verstehen wird man es nie.

Immer noch davon erschlagen, wie der Imker dieses Wissen nutzen kann, um sein Volk zu führen fasste ich dennoch den Mut beim Bienenstand vom Gerhard spontan anzuhalten, der gerade dabei war mit dem Arno seine Völker durchzuschauen.

Eigentlich wollte ich ja nur Fragen, ob ich ihm gelegentlich bei der Arbeit mit den Bienen über die Schulter schauen könnte, um zu merken ob mich das Thema in der Praxis auch so fasziniert und ob das eventuell etwas für mich sein könnte. Doch die Beiden waren anderer Meinung. Sie fanden, das man da nicht lange warten sollte, am besten lernt man etwas, wenn man gleich das ein oder andere eigene Volk hat. So kam es, das ich im Frühjahr darauf gefühlt ins kalte Wasser sprang und beim Gerhard meine ersten Beiden Völker abholen konnte. Doch so schlimm war es nicht! Ich bin dann auch gleich dem Imkerverein beigetreten, in dem ich mich sehr wohl fühle und wo ich sehr viel Unterstützung erfahren habe, so dass es kein Sprung ins kalte Wasser wurde, sondern der Beginn einer spannenden lehrreichen Zeit mit meinen Bienen.

Ich bin Obstbauer auf dem Rührberg und baue auf derzeit 10,5 Hektar Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen und Quitten an. Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder Amelie und Tim, die mich auch immer sehr gerne zu den Bienen begleiten und mit viel Tatendrand und Begeisterung mit anpacken.

Neben meinen Bienen habe ich in Wyhlen als gelernter Winzermeister noch meine Reben, ich bin begeisterter Fasnächtler und Zunftspieler und setzte mich als Gemeinderat für die Gemeinde Grenzach-Wyhlen ein.

Hobby, Bestäubung und leckeren Honig

In erster Linie ist die Bienenhaltung für mich ein faszinierendes Hobby, jedoch gehören für mich Bienen und Obstbau einfach zusammen. Jeder Obstbauer beschäftigt sich früher oder später mit den Themen Bestäubung, Bienen- und Artenschutz.

Deshalb lege ich auch großen Wert darauf, dass meine Bienen das ganze Jahr über in meiner Plantage stehen. Natürlich möchte ich die Bestäubungsleistung der Honigbiene nutzen, auch wenn das für mich aufgrund der vielen Wildbienen und Hummeln, die bei uns vorkommen nie sehr wichtig war. Und zum anderem möchte ich natürlich meinen Obstbau so betreiben das sich meine Bienen auch das ganze Jahr über wohl fühlen können.

Sozusagen als Zückerle obendrauf können wir auch noch etwas Honig ernten, den wir zum Teil verkaufen, aber auch sehr gerne selber genießen. Eeit wir eigene Bienen haben ist unser Honigverbrauch enorm gestiegen. Es schmeckt einfach besser, wenn man nicht nur weiß wo der Honig herkommt, sondern auch sieht, wieviel arbeitet es für die Bienen und für den Imker bedeutet so ein wertvolles Produkt der Natur zu gewinnen.

Bienen, Landwirtschaft und Pflanzenschutz

Für viele ein großer Widerspruch! In den Medien ist die Berichtserstattung oft sehr eindeutig und man bekommt das Gefühl, das die Landwirte immer mehr als große Umweltsünder und Bienenvergifter an den Pranger gestellt werden. Doch die Realität ist zumindest bei uns im kleinparzelliertem Baden-Württemberg eine andere.

Schon seit Jahrzehnten wird auf den Bienen- und Insektenschutz großen Wert gelegt, die Fachausbildung der Winzer und Obstbauern legt besonderem Wert auf nützlingsschonende Anbaumethoden. Die Imker sind schon seit langem zusammen mit den Landwirten, Obstbauern und Winzern in den Bienenschutzausschüssen organisiert. Sicherlich gab es hier auch Rückschläge, wie das Bienensterben das durch die Maisbeize verursacht wurde. Doch ich bin der Meinung dass der Weg der eingeschlagen ist, kein so verkehrter ist. In der Bevölkerung herrscht oft viel Unsicherheit vor, was vor allem auch daher rührt, das zu wenig informiert oder von manchen Umweltverbänden auch bewusst oft falsch informiert wird.

Wenn ich mit Kunden spreche, merke ich sehr oft, dass ein völlig falsches Bild von der Landwirtschaft vorherrscht. Die Ideale, wie sich manche die Landwirtschaft vorstellen, die gibt es nicht und stammen aus einer Zeit die sehr lange her ist. Wenn man Obst anbauen will um davon zu leben, muss man seine Kulturen vor Krankheiten und Schädlingen schützen und da gehört unabdingbar auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln dazu. Egal ob man biologisch, intergiert oder konventionell produziert.

Aber das heißt zum Glück noch lange nicht, dass das ein Widerspruch zum Artenschutz ist. Wenn man darauf achtet was man tut, so wie ich und die Meisten meiner Berufskollegen, kann man seine Pflanzen gesund halten ohne das die Bienen darunter leiden müssen.

Bei mir geschieht das durch den Einsatz von nützlingsschonenden Mitteln, der Förderung von blühenden Pflanzen, das Anlegen von Habitaten, sowie dem Beachten der Bienenschutzauflagen. Ich lade jeden herzlich dazu ein sich das Ganze vor Ort anzuschauen zum Beispiel bei uns in unseren Selberpflückplantagen.