Hochsaison in der Imkerei
Während draußen die Sommerblüte ihren Höhepunkt erreicht, bereiten sich die Bienen im Verborgenen bereits auf den Winter vor. Nach der Sommersonnenwende nimmt die Tageslänge ab – ein deutliches Signal für das Bienenvolk, die Brutaktivität langsam zu drosseln und mit der Aufzucht langlebiger Winterbienen zu beginnen.
Die Schwarmzeit ist beendet, und die Drohnen – männliche Bienen – werden zunehmend aus dem Stock verdrängt. Diese sogenannte Drohnenschlacht ist ein natürlicher Bestandteil im Zyklus des Bienenjahres. Für Imkerinnen und Imker steht nun die letzte große Honigernte an. Sommerhonig, oft geprägt von Linde, Phacelia oder Waldtracht, wird sorgfältig geschleudert. Wichtig ist dabei eine konsequente Hygiene, um Räuberei durch andere Bienenvölker zu verhindern. Die entnommenen geschleuderten Waben gibt man idealerweise abends zum Ausschlecken zurück – so bleiben fremde Bienen fern.
Nach der Honigernte beginnt die Beobachtung und Bekämpfung der Varroamilbe, einem der größten Gefahren für Bienenvölker. Die erste Behandlung erfolgt meist mit Ameisensäure 60% ad us.vet., vorab wird der natürliche Milbenfall kontrolliert, um den Befallsgrad zu bestimmen. Parallel dazu beginnt die Auffütterung der Völker mit Zuckerlösung, um frühzeitig für ausreichende Vorräte zu sorgen. Schwache Völker werden auf ihre Überlebenschancen hin geprüft – sie können vereinigt oder aufgelöst werden. Besonders wichtig ist jetzt auch die Pflege von Jungvölkern und Ablegern: Eine begattete Königin, genügend Futter und eine zeitnahe Varroabehandlung sind entscheidend für ihren erfolgreichen Aufbau. Der Juli bringt also nicht nur sommerliches Summen, sondern auch intensive Arbeit. Wer jetzt sorgfältig vorgeht, legt den Grundstein für starke und gesunde Bienenvölker im kommenden Frühjahr – und leistet damit einen wertvollen Beitrag für die Natur.
Wenn Sie Interesse an der Imkerei haben, kommen Sie gern zum Imkerhock, jeden 2. Dienstag im Bahnhöfli Wyhlen.
